Rasterwinkelung

Was ist Rasterwinkelung und wozu dient sie im Druck?

Definition von Rasterwinkelung

Die Rasterwinkelung bezeichnet die gezielte Ausrichtung der Rasterpunkt-Reihen in einem bestimmten Winkel zur Horizontalen. In der Druckvorstufe ist sie ein entscheidendes Werkzeug, um beim Übereinanderdrucken mehrerer Farben (insbesondere im CMYK-Vierfarbdruck) optische Störeffekte zu vermeiden.

Da beim klassischen autotypischen Raster (AM-Raster) die Punkte in einem festen geometrischen Gitter angeordnet sind, würden diese bei einer identischen Ausrichtung aller Farbauszüge (0°) unschöne Interferenzen erzeugen. Die Rasterwinkelung sorgt dafür, dass die Punkte der Farben Cyan, Magenta, Yellow und Key (Black) so versetzt zueinander gedruckt werden, dass sie für das menschliche Auge eine harmonische Rosette bilden.

Interaktive Rosetten-Simulation

Verstellen Sie die Schieberegler, um zu sehen, wie die Winkelung das Moiré-Muster beeinflusst. Die Standard-Winkel erzeugen eine ruhige Punkterosette.

15°
75°
45°

Das Problem: Der Moiré-Effekt

Würde man die Rasterwinkelung vernachlässigen, käme es zum sogenannten Moiré-Effekt. Dabei handelt es sich um ein störendes, grobmaschiges Muster, das das eigentliche Bild überlagert. Es entsteht immer dann, wenn sich feine Gitterstrukturen ungünstig überschneiden. In der professionellen Druckvorstufe ist die Vermeidung von Moiré eine der wichtigsten Aufgaben der Qualitätskontrolle, da ein einmal gedrucktes Moiré-Muster ein gesamtes Projekt (wie hochwertige Kataloge oder Prospekte) unbrauchbar machen kann.

Die Standard-Winkel im CMYK-Druck

Um die Entstehung von Moiré zu verhindern, wurde ein Industriestandard für die Winkel der einzelnen Druckfarben etabliert. Die Winkel müssen einen ausreichenden Abstand zueinander aufweisen (idealerweise 30°), um eine ruhige Bildwirkung zu erzielen. Ein typisches Winkelschema sieht wie folgt aus:

  • Black (K): 45° (Der für das Auge angenehmste Winkel, daher für die dunkelste Farbe reserviert)

  • Magenta (M): 75°

  • Cyan (C): 15° (Gelegentlich auch 105°)

  • Yellow (Y): 0° oder 90° (Gelb ist die hellste Farbe und erzeugt kaum sichtbare Kontraste, daher erhält sie den „unruhigsten“ Winkel)

Durch diese Anordnung entsteht die sogenannte Punkterosette. Diese Struktur sorgt dafür, dass die subtraktive Farbmischung optimal funktioniert und das Auge die einzelnen Punkte zu einem flächigen Farbeindruck verschmilzt.

Sonderfall: Schmuckfarben und Duoton

Komplizierter wird die Rasterwinkelung, wenn neben CMYK zusätzliche Sonderfarben (z. B. Pantone oder HKS) zum Einsatz kommen. Hier muss der Fachmann entscheiden, welcher Winkel für die Sonderfarbe gewählt wird, ohne mit den bestehenden Winkeln zu kollidieren. Oft wird die Sonderfarbe auf den Winkel der Farbe gelegt, die sie im Layout am stärksten ersetzt oder ergänzt.

Bei Duoton-Bildern (Zweifarbdruck, z. B. Schwarz und eine Sonderfarbe) werden die Winkel meist so gewählt, dass sie 30° oder 45° auseinanderliegen (z. B. Schwarz auf 45° und die Sonderfarbe auf 75°), um eine maximale Tiefe und Brillanz zu erreichen.

Die Rasterwinkelung ist ein „stiller“ Qualitätsfaktor. Ein Laie bemerkt sie erst, wenn sie falsch eingestellt ist. In der Satz+Layout Werkstatt Kluth GmbH gehört die Prüfung der Rasterwinkelung zum Standardprozess der Datenaufbereitung. Ob bei der Erstellung von Gutscheinen, Produktbeilagen oder großformatigen Werbemitteln – wir stellen sicher, dass die Geometrie der Rasterpunkte perfekt auf das gewählte Druckverfahren und das ICC-Profil abgestimmt ist. Nur so garantieren wir eine absolut ruhige Bildwiedergabe ohne unerwünschte Muster.

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