Redaktionssystem
Redaktionssystem, CMS oder Redaktions-Workflow-System – Was ist das und was kann es?
Definition: Was ist ein Redaktionssystem?
Ein Redaktionssystem ist eine Softwarelösung, die die Erstellung, Verwaltung und Veröffentlichung von Inhalten (Texten, Bildern, Tabellen) zentral steuert. Im Gegensatz zur klassischen Arbeitsweise, bei der Inhalte oft in lokalen Dateien auf verschiedenen Rechnern liegen, fungiert ein Redaktionssystem als „Single Source of Truth“. Es ermöglicht mehreren Akteuren – Redakteuren, Grafikern, Korrektoren und Projektmanagern –, gleichzeitig und strukturiert an einem Projekt zu arbeiten.
In der professionellen Druckvorstufe und im Publishing dient ein Redaktionssystem vor allem dazu, den Workflow zwischen der redaktionellen Arbeit und dem finalen Layout (z. B. in Adobe InDesign) zu synchronisieren. So können Texte bereits geschrieben werden, während das Design noch finalisiert wird, ohne dass es zu Versionskonflikten kommt.
Kernprinzip: Die Trennung von Form und Inhalt
Die größte Stärke moderner Redaktionssysteme liegt in der konsequenten Trennung von Inhalt und Design.
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Der Inhalt: Liegt medienneutral in einer Datenbank vor (oft als XML- oder HTML-Struktur).
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Die Form: Wird durch Templates und Stylesheets definiert.
Dieser Ansatz ist die Grundlage für das Crossmedia-Publishing. Ein einmal erstellter Text kann so ohne manuellen Mehraufwand sowohl in einen hochwertigen gedruckten Katalog, einen Prospekt als auch in eine digitale Landingpage oder ein Werbebanner ausgespielt werden. In der Ära von D2C (Direct-to-Consumer) ist diese Flexibilität entscheidend, um konsistente Markenbotschaften über alle Kanäle hinweg schnell zu verteilen.
Die Vorteile im Workflow der Druckvorstufe
Für Unternehmen, die regelmäßig umfangreiche Publikationen produzieren, bietet ein Redaktionssystem erhebliche Effizienzsteigerungen:
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Paralleles Arbeiten: Mediengestalter und Redaktion arbeiten zeitgleich. Ein Mediengestalter erstellt den Satzspiegel und das Layout, während der Redakteur den Text direkt in das System einpflegt. Die Aktualisierung im Layout erfolgt meist auf Knopfdruck.
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Transparenz und Statuskontrolle: Jedes Element hat einen Status (z. B. „In Arbeit“, „Korrektur“, „Freigabe“). Dadurch behalten Projektleiter jederzeit den Überblick über den Fortschritt, was besonders bei terminkritischen Produktionen für die Außenwerbung wichtig ist.
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Vermeidung von Fehlern: Da Korrekturen direkt im System und nicht in handschriftlichen Notizen oder verschiedenen E-Mail-Versionen vorgenommen werden, sinkt die Fehlerquote massiv.
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Automatisierung: Wiederkehrende Aufgaben, wie das Erstellen von Preislisten oder technischen Datenblättern, lassen sich durch die Anbindung an Datenbanken (PIM-Systeme) weitgehend automatisieren.
Fazit für Ihre Medienproduktion
Ein Redaktionssystem ist heute weit mehr als nur ein Schreibprogramm. Es ist die technische Schaltzentrale für professionelles Branding und Design. Durch die Integration digitaler Workflows – ein Erbe unserer QuartNet-Historie – kombinieren wir die Präzision des klassischen Satzes mit der Geschwindigkeit digitaler Medien.
Ob für die Erstellung von komplexen Kundenmagazinen, umfangreichen Katalogen oder kleinteiligen Lehrbüchern: Wir setzen auf strukturierte Redaktions-Workflows, um für Sie Zeit zu sparen und eine kompromisslose Qualität für jedes Ausgabemedium zu garantieren.

