Rasterweiten
Welche Rasterweiten gibt es im Druck?
Definition von Rasterweite
Die Rasterweite (auch Rasterfrequenz genannt) gibt an, wie viele Rasterlinien auf einer bestimmten Strecke angeordnet sind. Im deutschsprachigen Raum wird dieser Wert üblicherweise in Linien pro Zentimeter (L/cm) gemessen, während international oft die Einheit Lines per Inch (lpi) verwendet wird.
Ein 60er-Raster bedeutet beispielsweise, dass 60 Rasterpunkte in einer Reihe auf einem Zentimeter Länge liegen. Je höher diese Zahl ist, desto kleiner sind die einzelnen Punkte und desto feiner und detailreicher erscheint das Druckbild für das menschliche Auge.
Gängige Rasterweiten im Überblick
Die Wahl der Rasterweite ist kein Selbstzweck, sondern hängt technisch zwingend vom Druckverfahren und dem verwendeten Bedruckstoff ab. Hier sind die Industriestandards:
1. Zeitungsdruck (34er- bis 48er-Raster)
Aufgrund der rauen Oberfläche und der hohen Saugfähigkeit von Zeitungspapier muss ein grobes Raster verwendet werden. Würde man hier zu fein rastern, würden die Druckpunkte im Papier „verlaufen“ und ineinanderfließen (der sogenannte Punktzuwachs), was das Bild komplett verschwimmen ließe.
2. Offsetdruck auf Naturpapier (48er- bis 54er-Raster)
Unbeschichtete Papiere (Offsetpapier) haben eine offenere Struktur. Hier ist ein 54er-Raster oft das Maximum des Machbaren, um eine saubere Zeichnung in den Tiefen zu erhalten, ohne dass die Details „zusumpfen“.
3. Hochwertiger Bilderdruck (60er-, 70er- oder 80er-Raster)
Auf gestrichenen Papieren (glänzend oder matt) kann die Farbe punktgenau stehen bleiben. Das 60er-Raster gilt hier als Standard für Prospekte und Kataloge. Für besonders hochwertige Kunstkataloge oder Premium-Produktbeilagen wird oft ein 80er-Raster verwendet, bei dem die einzelnen Punkte mit bloßem Auge kaum noch als solche erkennbar sind.
Die Umrechnung: L/cm in lpi
Da professionelle Grafikprogramme wie Adobe InDesign oder Photoshop oft auf US-amerikanischen Standards basieren, begegnet einem häufig die Einheit lpi. Die Umrechnung erfolgt über den Faktor 2,54 (da 1 Zoll = 2,54 cm):
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40 L/cm ≈ 100 lpi
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60 L/cm ≈ 150 lpi (Standard-Offset)
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80 L/cm ≈ 200 lpi (High-End-Druck)
Der Zusammenhang mit der Bildauflösung (DPI)
Der Zusammenhang mit der Bildauflösung (DPI)
Ein häufiges Missverständnis in der Druckvorstufe betrifft das Verhältnis von Rasterweite zur Bildauflösung. Als Faustformel gilt der Qualitätsfaktor 2: Die Auflösung eines Bildes in dpi (Dots per Inch) sollte doppelt so hoch sein wie die angestrebte Rasterweite in lpi.
Beispiel: Für einen Standard-Druck im 60er-Raster (150 lpi) benötigen Sie eine Bildauflösung von 300 dpi (150 x 2 = 300).
Interaktiver Raster-Konverter
Alle Felder sind gekoppelt. Ändern Sie einen Wert, berechnen sich die anderen automatisch.
In der Satz+Layout Werkstatt Kluth GmbH wählen wir die Rasterweite niemals willkürlich. Sie ist das Ergebnis einer technischen Analyse:
Welches Papier wird verwendet? (Saugverhalten)
Welches Druckverfahren kommt zum Einsatz? (Offset– vs. Digitaldruck)
Welches ICC-Profil liegt zugrunde? (Kompensation des Punktzuwachses)
Ein zu feines Raster auf dem falschen Papier führt zu dunklen, matschigen Bildern. Ein zu grobes Raster auf Premium-Papier wirkt minderwertig. Unsere Aufgabe ist es, für Ihre Gutscheine, Kataloge oder D2C-Marketingmaterialien genau den „Sweet Spot“ zu finden, der für maximale Schärfe sorgt.

